Sinn und Unsinn von Wertungsspielen…

… über dieses Thema wird schier unendlich viel in diversen Fachmedien diskutiert – zurecht, wie ich meine!

In den letzten Wochen konnte ich aktiv bei 2 Konzertwertungen dabei sein – am 3. April 2016 mit der TK Ebene Reichenau beim Regionenwertunsspiel des KBV in der CMA Ossiach/Kärnten und am 22. Mai 2016 mit der TMK Zederhaus beim Landeswertunsspiel des SBV in Tamsweg/Salzburg.

Mit mit beiden Kapellen konnten wir hervorragende Ergebnisse erspielen – in Kärnten 91,78 Punkte in der Stufe D („1st Suite in Es“ – Gustav Holst und „Im Zeichen des Kreuzes“ – Franz Cibulka) und bei der Landeswertung des SBV 92,41 in Stufe C („Imagasy“ – Thiemo Kraas und „English Folk Song Suite“ – Ralph V. Williams) sowie 92,66 Punkte in der Sonderwertung Trauermarsch mit dem Stück „Vorbei“ von Robert Pensch.

Beide Musikvereine nehmen seit vielen Jahren kontinuierlich an Wertungsspielen teil und arbeiten immer wieder mit Gastreferenten zusammen, um auch stest einen Blick von außen zu haben. Die erreichen Ergebnisse sind für beide Vereine eine eindrucksvolle Bestätigung, dass dieser Weg ein richtiger ist. Um den Juryvorsitzenden Thomas Ludescher beim Landeswertungsspiel in Tamsweg zu zitieren: „Wer bei einem Wertungsspiel mitmacht, gehört bereits zu den Gewinnern – die, die zuhause bleiben sind die Verlierer“. Weiters meinte er, „dass die Wettbewerbsschiene in der Hauptsache dazu da ist, um die Musikvereine weiter zu entwickeln – man möge nur einen Blick auf die Brass Band Szene werfen“. In der Brass Band sind Wettbewerbe ein alltäglicher Bestandteil der musikalischen Arbeit – entsprechend hoch ist auch das Niveau. Ein genauerer Blick in die Brass Band Welt lohnt sich allemal, hier erschließt sich eine neue Welt, was in Sachen „geblasener Musik“ möglich ist!

Ich möchte mit diesem Beitrag alle ermutigen, an Wettbewerben teil zu nehmen! Wichtig dabei erscheint mir eine längerfristige Planung und Vorbereitung, wobei der Einsatz von Gastreferenten sehr zu empfehlen ist, um eben einen Eindruck von einem außenstehenden Experten zu bekommen. So können böse Überraschungen vermieden werden… Wer sich nicht aus der Deckung wagt, hat auch keine Chance zur Weiterentwicklung – also nur Mut, es kann nur positiv sein, sich einer unabhängigen Jury zu stellen.

Wie denkt ihr darüber – was sind eure Erfahrungen? Würde mich über eure Rückmeldungen freuen…

Werbeanzeigen

Von der Partitur zur Interpretation

Eine kurze Zusammenfassung aus eigenen Erfahrungen, Inhalten von
Workshops und Fortbildungen.
Diese Ausführungen haben in keinster Weise Anspruch auf Vollständigkeit – vielmehr sollen sie dazu dienen, das Interesse und die Neugierde zu diesem Thema zu wecken!

Folgende Fragen/Themen werden beleuchtet:

  1. Wie komme ich zur Interpretation?
  2. Wie übersetzte ich diese in Gestik?
  3. Wie probe ich das – wie kann ich das am besten vermitteln?
  4. Evaluieren – Reflektieren

Der gesamte Beitrag steht als PDF zum Download zur Verfügung

Nordlichter – ein besonderes Konzerterlebnis von und mit der Trachtenkapelle Ebene Reichenau

Ist es noch zeitgemäß, ein Konzert in „klassischer Form“ abzuhalten – oder braucht es auch in der Blasorchesterwelt neue Formate? Welche Möglichkeiten gibt es überhaupt, Musik zu vermitteln – bzw. ist dies überhaupt möglich?

„Ich finde die heutige Form des Konzertes überdenkenswürdig. Man müsste sich überlegen, wie man Konzerte besser macht. Man lässt die Leute mehr oder weniger ahnungslos kommen, zwingt sie, sich in Reihen hinzusetzen und zu warten.
Dann kriegen sie was vorgespielt, sollen sich ruhig verhalten und dann sollen sie noch an der richtigen Stelle klatschen und sollen bestimmte Gefühle haben…“
(Nikolaus Harnoncourt)

Unter diesen Eindrücken begann die Suche nach neuen Möglichkeiten, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren und vor allem auch neues Publikum anzusprechen. Die musikalische Idee war bereits da – es sollten Originalkompositionen für Blasorchester aus dem frühen 20. Jahrhundert ins Programm. Gustav Holst, Ralph Vaughan Williams und Percy A. Grainger sollten eine zentrale Rolle spielen. Und auch die Vorstellung, Musik mit Kulinarik zu verbinden, geisterte schon länger in meinem Kopf herum.

In zahlreichen Gesprächen mit Dirigentenkollegen und Musikern der TK Ebene Reichenau wurde der Plan immer konkreter. Ein Galaabend und eine Konzertmatinee sollten das neue Konzertformat sein. So begannen nun die Detailplanungen, als wichtigster Partner musste wer gefunden werden, der sich um die Kochkünste kümmert. Dabei kam zum Vorschein, dass in der Nationalparkgemeinde Reichenau tolle Köchinnen beheimatet sind, die eine solche Veranstaltung in professioneller Art und Weise durchführen können.

Nun war auch endgültig klar – wir brauchen eine Verbindung zwischen der Musik und den Produkten aus der Biosphärenregion, die den Konzertbesuchern serviert werden sollten. Nach längerem Nachdenken und Beraten hat sich der Titel des neuen Konzertformates herauskristallisiert – „Nordlichter – Atmosphäre trifft Biosphäre“.

nordlichter_facebook_email

Das Organisationsteam der TK Ebene Reichenau rund um Obmann Johannes Dörfler hat die gesamte Veranstaltung perfekt durchorganisiert – nicht das kleinste Detail wurde dabei vergessen. Großartiges wurde hier geleistet, alles ehrenamtlich und in zahlreichen Nachtschichten!

An mir lag die Vorbereitung des Konzertprogrammes. Eine tolle Herausforderung, an wahre Klassiker der Blasmusikliteratur heranzugehen und mit einem sehr engagierten und motivierten Orchester zu arbeiten. In 10 Gesamtproben und parallel laufenden Registerproben wurde die Literatur erarbeitet, wobei die Probenanzahl in den letzten Tagen vor dem Konzert sehr verdichtet wurde. Dies war auch sicher ein Schlüssel dazu, dass wir das anspruchsvolle Programm stressfrei und mit viel Spielfreude dem gespannten Konzertpublikum präsentieren konnten.

Die Besucher unserer Konzerte – sehr viele von ihnen hatten vorher mit Blasmusik nichts zu tun – waren vom Ambiente, den kulinarischen Köstlichkeiten und vor allem auch vom Konzertprogramm sehr angetan. Dies wurde durch minutenlange Standing Ovations an beiden Konzerttagen bestätigt.

Auch für die Musikerinnen und Musiker der TK Ebene Reichenau war es eine Genugtuung, dass das neue Konzertformat so toll angenommen wurde – wir waren an beiden Terminen ausverkauft!

Das Resümee aus diesem Konzertprojekt:

  • Die Musikkapelle hat sich durch die Arbeit mit der Konzertliteratur einen großen Schritt weiterentwickelt. Die Motivation und Spielfreude der MusikerInnen wurde gestärkt.
  • Neues Publikum konnte erleben, welches Potential Blasmusik hat.
  • Blasmusik wurde als ernstzunehmende Musikgattung etabliert und vermittelt.
  • Das „klassische Konzert“ wird immer seine Berechtigung und sein Publikum haben, aber wer sich weiterentwickeln will, wird an neuen Konzertformaten nicht vorbei kommen!

Weitere Infos zu diesem Projekt sind auf der Website der Trachtenkapelle Ebene Reichenau zu finden…

Infos zur Musikvermittlung an sich sind hier zu finden:

An dieser Stelle möchte ich Mut machen, sich an neue Konzertformate heranzuwagen. Es gibt auch wunderbare Literatur für Jugendprojekte, die beim Publikum immer gut ankommen.

Ich denke, wir können uns nicht darauf verlassen, dass unsere Konzertsäle immer voll sind – Initiative und Kreativität sind gefragt, um auch für die Zukunft gerüstet zu sein.

Blasmusik ist eben mehr als nur „humtata“ – sie ist eine ernstzunehmende Musikgattung mit sehr viel Potential zur Weiterentwicklung!

Es liegt an uns, was wir daraus machen – oder etwa nicht…

Einspielen im Blasorchester – macht das Sinn?

Mit dieser Frage ist man als Dirigent ständig konfrontiert. Aber wie ist das nun…

Vielleicht sollte zuerst die Begrifflichkeit geklärt werden – denn besser als „Einspielen“ eignet sich für ein richtiges Verständnis der Begriff „Orchesterschulung“. Darum muss es gehen, das ist der Job, denn jeder Dirigent in einem (Amateur-) Blasorchester ständig zu erledigen hat.

Nun bleibt noch die Frage nach dem Wie und Was, ggf. auch nach dem Warum.

Schier unendlich viel Literatur gibt es zu diesem Thema.
Auf einen Autor sei ganz besonders hingewiesen – den Schweizer Musikpädagogen, Dirigenten und Komponisten Hans-Peter Blaser!
Er erachtet die Orchesterschulung als einen wesentlichen Bereich der Dirigententätigkeit. Ein musikalischer Vortrag kann erst dann seine Wirkung voll entfalten, wenn ein Orchester kultiviert und ausgewogen klingt, rein stimmt, präzise zusammen spielt und die stilistischen Anforderungen eines musikalischen Werkes einheitlich realisiert. Aus diesem Grunde schuf er ursprünglich immer wieder neue Übungen für die Orchesterschulung der Ensembles, welche er selber dirigierte.

Durch eine stetige, wirkungsvolle und zielgerichtete Orchesterschulung (Band Coaching) kann das Potenzial des Ensembles sinnvoll genutzt und weiterentwickelt werden. Damit wird die Basis für ein begeisterndes, motivierendes und erfolgreiches Musizieren gelegt. Die Musizierkultur und das Musikverständnis der Musikerinnen und Musiker werden in hohem Maße geprägt!

7 Gründe für die Arbeit mit den Band Coaching Lehrmitteln und Übungssammlungen von Hans-Peter Blaser:
1) Die Ausgaben der Band Coaching Serie enthalten eine Fülle an Übungen, welche optimal für Einspielen, Klangschulung und Intonationstraining geeignet sind.
2) Es werden viel hilfreiche und aussagekräftige Hintergrundinformationen zur Orchesterschulung vermittelt.
3) Zu einzelnen Übungen und Chorälen gibt es ausführliche Analysen und Übungsanleitungen. Damit werden viele wertvolle Anregungen zur Methodik der Orchesterschulung vermittelt.
4) Dank bestens geeigneten Übungssätzen, welche das Ensemble gut zum Klingen bringen, kann die Einspielphase motivierend und wirkungsvoll gestaltet werden.
5) Alle Übungssätze sind durchkomponiert und vermitteln bereits beim Einspielen ein Musiziererlebnis.
6) Dank zielgerichteter Ensembleschulung wird der Grundstein für ein erfolgreiches Musizieren gelegt.
7) Das Verständnis für eine reine Intonation, für Fragen des Klangausgleichs und Tonkultur, sowie des präziseren Zusammenspiels wird erleichtert und gefördert.

Diese Ausführungen beantworten die Frage nach dem „Warum“– die kontinuierliche Orchesterschulung ist für erfolgreiches und vor allem erfüllendes Musizieren unabdingbar.

Und die Antworten auf die Fragen „Was“ und „Wie“ liefert Blaser gleich mit. In seinem umfangreichen Schaffen in der „Band Coaching Reihe“ gibt es ein umfangreiches Programm, welches alle Parameter der Orchesterschulung abdeckt – angefangen vom „Worksheet 1“, über die „Hymns, Songs, Spirituals 1“ bis hin zu den ausführlichen „Band Coaching Bänden 1 – 3“.
Der eigenen Phantasie sind als Erweiterung des Angebotes keine Grenzen gesetzt. Hans-Peter Blaser initiiert so viele Ideen, dass es ein Leichtes ist, die passenden Variationen zur gerade zu probenden Literatur zu finden.

Seit einigen Jahren arbeite ich in verschiedenen Musikvereinen mit dem „Band Coaching Programm“ und habe dabei sehr gute Erfahrungen gemacht.
Die Verwendung der Lehrmittel ist in vielfältiger Art und Weise möglich – egal ob man sich vor einem Auftritt gemeinsam einspielt, oder ob konsequent über mehrere Wochen oder Monate im Rahmen eines Konzertprojektes an der Weiterentwicklung der musikalischen Basis gearbeitet wird. Durch die Vielfältigkeit des Angebotes wird es den Musikern nie fad, oft nehmen sie gar nicht aktiv wahr, dass Basisarbeit gemacht wird, weil sofort Musik entsteht. Ein großer Vorteil ist auch, dass die Schlagwerker in diesen Prozess immer eingebunden sind und so in den Gesamtklang optimal integriert werden können (leider wird in der Praxis auf diese wichtige Instrumentengruppe oft vergessen!).
Bei allen Musikvereinen, mit denen ich gearbeitet habe, hat das „Band Coaching Programm“ eine Weiterentwicklung des Gesamtklanges und der musikalischen Basis gebracht. Besonders wenn zuvor noch kein oder wenig Grundlagentraining gemacht wurde, passiert relativ schnell ein großer Schritt nach vorne. Das Erreichte gilt es dann abzusichern und kontinuierlich weiter zu entwickeln.
Für den Dirigenten bleibt noch die Herausforderung, sich ein gutes Konzept für den Einsatz der „Band Coaching Reihe“ zu erarbeiten, eigene Klangvorstellung zu haben und die Scheu vor Intonationsarbeit abzulegen. Doch auch hier hat Hans-Peter Blaser Anleitungen parat – z.B. mit seinen vordefinierten Zielvereinbarungen für Musikvereine, welche individuell auf die Vorhaben jedes Vereins angepasst werden können.
Und wem das alles noch nicht reicht – Hans-Peter Blaser ist auch ein ausgezeichneter Pädagoge und Referent mit einem breit gefächerten Coaching- und Workshop-Angebot!

Detaillierte Informationen zur „Band Coaching Reihe“ sind auf der Website http://band-coaching.ch/ ersichtlich. Es lohnt sich allemal, einen Blick in das Schaffen von Blaser zu werfen!

Schlussendlich bleibt es jedem Orchesterleiter überlassen, ob und wie er sich diesem Thema widmet. Aber die vorangegangenen Argumente sollten für sich sprechen…

Eine Frage bleibt noch offen: Einspielen im Blasorchester – macht das Sinn?

Einspielen hat nur dann Sinn, wenn man genau weiß warum man es
macht bzw. was man konkret damit erreichen möchte!
(Andreas Spörri)

Und ja – es funktioniert, egal ob im „Unterstufenorchester“ oder „Sinfonischen Blasorchester“ der Höchststufe. Es ist immer Thema!
Also nur Mut, diesen Weg der gezielten Orchesterschulung zu gehen – es lohnt sich!

Herzlich willkommen!

Geschätzte Besucherinnen und Besucher meiner Website, liebe Blasmusikbegeisterte und Musikfreunde,

ich freue mich, dass ihr auf meine Seite gefunden habt!
Da ich nun doch schon einige Zeit im Blasmusikbereich in vielfältiger Art und Weise tätig bin, möchte ich über diese Seite interessierte Kolleginnen und Kollegen zum Mitdiskutieren sowie vor allem zum Erfahrungsaustausch einladen.

In Zukunft werden hier über die verschiedensten Themen aus dem Bereich der Blasmusik Beiträge veröffentlicht.

Weiters möchte ich meine Seite auch als Infoportal ausbauen.

Ich freue mich schon heute auf zahlreiche Diskussionen zu den vielen Themen, die es in unserem Bereich zu behandeln gibt.

Viel Spaß auf dieser Seite…

Beste Grüße,
Roman Gruber